Einsatzgebiet
Garten- und Landschaftsbau in Bornheim
Bornheim liegt auf zwei Böden gleichzeitig: im Westen der Lösshang des Vorgebirges, im Osten die Kiese und Sande der Rheinterrasse. Wer in Roisdorf den Spaten ansetzt, hat anderes Material in der Schaufel als jemand in Uedorf. Das entscheidet über Unterbau, Entwässerung und Bewässerung — und darüber, wie eine Baustelle geplant wird.
Bornheim, Roisdorf, Hersel, Widdig, Uedorf, Sechtem, Merten, Walberberg
Was den Untergrund hier ausmacht — und was daraus für den Garten folgt
Bornheim liegt auf der Kante zwischen zwei Landschaften. Nach Westen steigt der Ville-Rücken an; sein Osthang zur Rheinebene ist das Vorgebirge, das gut 165 Meter über Normalhöhennull erreicht und eine mächtige, eiszeitlich eingewehte Lössdecke trägt. Nach Osten fällt das Gelände zur Rheinterrasse ab. Zwei Untergründe, eine Stadt — und das ist keine Feinheit für Geologen, sondern der Grund, warum zwei Terrassen mit demselben Belag ganz unterschiedliche Aufbauten brauchen.
Auf der westlichen Seite hat der Löss fruchtbare Lehmböden hervorgebracht, sogenannte Parabraunerden. Auf dem Ville-Rücken selbst stehen unter Wald staunasse Pseudogleye an, am steilen Osthang Braunerden und Rendzinen. Die Lössauflage erreicht örtlich bis zu 15 Meter — das ist viel, und es erklärt auch die Anbautradition: Das Vorgebirge lebt seit Generationen von Gemüse- und Obstanbau in Mischkultur und ist eines der größten deutschen Spargelanbaugebiete. Für den Hausgarten heißt das zweierlei. Der Oberboden ist gut, oft besser als das, was Baufirmen nach dem Rohbau wieder einplanieren. Und schluffiger Lehm ist als Unterbau unbrauchbar: Er hält Wasser, schmiert nach zwei Regentagen, ist frostempfindlich und sackt unter Last nach. Aushub aus Lösslagen wandert deshalb auf den Container und nicht zurück unter die Tragschicht.
Im östlichen Stadtgebiet sieht es anders aus. Dort bestehen die quartären Schichten aus bis zu 20 Meter mächtigen Kiesen und Sanden, die der Rhein bei seiner schrittweisen Verlagerung nach Osten abgelagert hat. Solches Material trägt gut und lässt Wasser zügig versickern — angenehm beim Unterbau, weniger angenehm für den Rasen. In den Sommermonaten fällt zwar der meiste Niederschlag des Jahres; an der Wetterstation Köln/Bonn liegen die höchsten Monatsmittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 im Juni und Juli. Nur nutzt das einem flach wurzelnden Rasen wenig, wenn das Wasser im Kies nach unten weg ist, bevor es die Wurzelzone durchfeuchtet hat.
Am Hang kommt ein drittes Thema dazu. Löss ist erosionsanfällig, sobald er offenliegt und Wasser Geschwindigkeit aufnimmt. Böschungen, die man einfach ansät und sich selbst überlässt, verlieren nach dem ersten Starkregen Oberboden. Sinnvoller sind abgestufte Höhenversätze mit Trockenmauer, L-Stein oder Gabione, dahinter ein Sickerkörper und eine geführte Ableitung. Bei größeren Stützbauwerken entscheidet ohnehin die Statik: Der Raum Bornheim wird in den Gemeindebeschreibungen des Geologischen Dienstes einer niedrigeren Erdbebenzone zugeordnet als die Ville-Kommunen weiter nordwestlich, maßgeblich ist aber die jeweils geltende Normfassung und nicht die Zonenkarte allein.
Welche Arbeiten hier besonders häufig anfallen
Der häufigste Auftrag ist die Terrasse, und der häufigste Fehler daran liegt unter der sichtbaren Fläche. Auf Lösslehm braucht es einen ausreichend tiefen Aushub, eine lagenweise verdichtete Tragschicht aus gebrochenem Mineralgemisch und eine feste Randeinfassung — sonst läuft der Belag über die Jahre auseinander und die Fläche senkt sich zur Kante hin ab. Auf Terrassenkies fällt die Entwässerung leichter, der Aushub muss trotzdem sauber getrennt und die Tragschicht trotzdem verdichtet werden. Wie der Aufbau im Einzelnen aussieht, steht ausführlich im Ratgeber zum Terrassenunterbau; die Wahl zwischen Beton, Keramik und Naturstein behandelt der Belagsvergleich.
Genauso oft geht es um Zuwege, Hofflächen und Stellplätze. Pflasterarbeiten profitieren im Osten vom versickerungsfähigen Untergrund — Sickerfugen und wasserdurchlässige Beläge sind dort keine Kompromisslösung, sondern technisch naheliegend. Auf Löss dagegen bringt eine durchlässige Fläche wenig, wenn der Unterbau das Wasser nicht abnimmt; hier ist eine geplante Ableitung der ehrlichere Weg.
Rollrasen wächst auf beiden Seiten an, aber nicht mit demselben Aufwand. Auf sandig-kiesigem Terrassenboden lohnt sich vor dem Verlegen eine Bodenverbesserung mit Kompost, damit die Fläche im Sommer nicht bei jeder trockenen Woche in die Knie geht. Wir arbeiten mit regional produziertem Rollrasen von Rollrasen Decker, was die Zeit zwischen Schälen und Verlegen kurz hält — der entscheidende Punkt für das Anwachsen. Details zum Ablauf stehen im Beitrag Rollrasen verlegen.
Dazu kommt die laufende Gartenpflege: Schnitt, Rasenpflege, Beete, Laub. In einer Gegend mit Obstbautradition stehen in vielen Gärten ältere Obstgehölze, die einen fachgerechten Schnitt und manchmal eine Entlastung der Krone brauchen, statt alle paar Jahre gekappt zu werden. Was im Herbst ansteht, fasst der Beitrag Gartenpflege im Herbst zusammen. Wer den Garten grundlegend neu ordnen will — Wege, Höhen, Beete, Sichtschutz —, findet den Ablauf unter Gartengestaltung und im Ratgeber Garten neu gestalten.
Zufahrt, Maschinen und Material
Vor der ersten Fuhre Schotter steht immer dieselbe Frage: Wie kommt Material auf das Grundstück und Aushub herunter? In gewachsenen Ortskernen mit Hofdurchfahrten und schmalen Toreinfahrten entscheidet sich das an einem Meter Durchgangsbreite. Passt ein Kleinbagger durch, wird der Aushub gefahren. Passt er nicht, wird getragen — und dieselbe Terrassenfläche kostet deutlich mehr Zeit, ohne dass sich am Belag irgendetwas geändert hätte. Wir sehen uns das vorab an und sagen ehrlich, welche Variante realistisch ist.
Am Vorgebirgshang kommt die Neigung dazu. Material bergauf zu bewegen ist der eine Teil, der andere ist der Boden selbst: Nasser Lösslehm nimmt Fahrspuren gnadenlos an. Deshalb legen wir auf empfindlichen Flächen Fahrbohlen aus, arbeiten in Trockenphasen, wo es geht, und planen den Rasen so, dass er nicht als Baustraße dienen muss.
In den rheinnahen Lagen gelten zusätzliche Rahmenbedingungen. Hersel und Uedorf liegen in Wasserschutzzone III B, Widdig in Zone III A — bei Erdarbeiten und der Wahl von Materialien kann das Auflagen bedeuten, die vor Beginn zu klären sind. Wegen des überwiegend steilen Ufers gibt es größere gesetzlich festgesetzte Überschwemmungsgebiete nur im Bereich Hersel, wo die Rheinaue bis an die Niederterrassenkante überflutet werden kann; seit dem Bau der Hochwasserschutzanlage in Widdig sind dort nur noch wenige Häuser unmittelbar bedroht. Praktisch heißt das: In amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist das Errichten baulicher Anlagen grundsätzlich nicht zulässig. Ein Gartenhaus, eine massive Mauer oder ein Fundament sind dort kein Selbstläufer, eine Terrasse oder eine Bepflanzung sind es eher.
Bäume und die örtlichen Regeln
Im derzeit einsehbaren Ortsrecht der Stadt Bornheim ist keine Baumschutzsatzung enthalten. Das ist kein Freibrief. Ob ein bestimmter Baum geschützt ist, kann zusätzlich von Festsetzungen eines Bebauungsplans oder von Schutzgebietsausweisungen abhängen; verbindlich Auskunft gibt das Amt für Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün der Stadt (Telefon 02222 945-310). Wir fragen im Zweifel vor der Fällung nach, statt hinterher zu diskutieren.
Bundesrecht gilt ohnehin. Nach § 39 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze vom 1. März bis zum 30. September nicht auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden; schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben in diesem Zeitraum erlaubt. Unabhängig davon greift das Artenschutzrecht nach § 44 ganzjährig — besetzte Nester und Quartiere sind tabu. Deshalb liegt unsere Fäll- und Pflegesaison von Anfang Oktober bis Ende Februar. Im unbelaubten Zustand sind Totholz, Rindenschäden und Schwachstellen im Kronenaufbau außerdem deutlich besser zu erkennen. Mehr dazu unter Baumfällung und Baumpflege.
Bei Neupflanzungen lohnt ein Blick ins Nachbarrechtsgesetz NRW. Für Obstgehölze gelten eigene Grenzabstände: Kernobst auf stark wachsender Unterlage sowie Süßkirsche, Walnuss und Esskastanie 2,00 Meter, Kernobst auf mittelstark wachsender Unterlage und übriges Steinobst 1,50 Meter, Kernobst auf schwach wachsender Unterlage 1,00 Meter. Stark wachsende Bäume wie Buche, Linde oder Eiche brauchen 4,00 Meter, alle übrigen Bäume 2,00 Meter. Gemessen wird von der Stammmitte waagerecht und rechtwinklig zur Grenze. Wer eine Hecke oder einen Zaun als Abgrenzung plant, spart sich mit fünf Minuten Nachrechnen später einen unangenehmen Briefwechsel.
Ortsteile, die wir mitbedienen
- Bornheim — Lösslagen am Vorgebirgshang
- Roisdorf — Hang- und Höhenversätze, fruchtbarer Lösslehm
- Hersel — rheinnahe Lagen, Überschwemmungsgebiet, Wasserschutzzone III B
- Widdig — Wasserschutzzone III A, Lagen hinter der Hochwasserschutzanlage
- Uedorf — Terrassenkies, Wasserschutzzone III B
- Sechtem — Pflaster-, Terrassen- und Pflegearbeiten
- Merten — Lösslagen, Beet- und Rasenflächen
- Walberberg — Baum- und Heckenarbeiten, Gartenpflege
Bornheim gehört zu unserem Einsatzgebiet; vom Betriebssitz in Bonn-Duisdorf am Südende des Vorgebirges liegt die Strecke am Hang entlang nach Norden. Schildern Sie uns Ihr Vorhaben mit ein paar Fotos und der ungefähren Fläche — auf dieser Grundlage sagen wir, was sinnvoll ist und was nicht, und melden uns in der Regel innerhalb von 24 Stunden mit einem unverbindlichen Angebot.
Häufige Fragen
Fragen aus Bornheim
Warum unterscheidet sich der Terrassenaufbau im Westen und im Osten der Stadt?
Weil der Untergrund ein anderer ist. Am Vorgebirgshang liegt Löss, aus dem sich lehmige Parabraunerden entwickelt haben; dieser schluffige Lehm hält Wasser, ist frostempfindlich und taugt nicht als Tragschicht. Im östlichen Stadtgebiet stehen bis zu 20 Meter mächtige Rheinkiese und -sande an, die tragfähig sind und Wasser schnell abführen. Auf der Lössseite bedeutet das mehr Aushub, mehr Entsorgung und eine geplante Ableitung, auf der Kiesseite fällt beides leichter.
Brauche ich in Bornheim eine Genehmigung, um einen Baum zu fällen?
Im derzeit einsehbaren Ortsrecht der Stadt ist keine Baumschutzsatzung enthalten. Trotzdem kann ein Baum durch Festsetzungen im Bebauungsplan oder durch Schutzgebiete erfasst sein, und Artenschutz nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz gilt ganzjährig. Verbindliche Auskunft zum konkreten Baum gibt das Amt für Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün der Stadt Bornheim unter 02222 945-310. Wir klären das vor der Fällung, nicht danach.
Mein Grundstück liegt in Hersel nah am Rhein — worauf muss ich achten?
Wegen des überwiegend steilen Ufers gibt es größere gesetzlich festgesetzte Überschwemmungsgebiete im Stadtgebiet vor allem im Bereich Hersel; dort kann die Rheinaue bis an die Niederterrassenkante überflutet werden. In amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist das Errichten baulicher Anlagen grundsätzlich nicht zulässig — das betrifft Gartenhäuser, massive Mauern und Fundamente. Zusätzlich liegen diese Lagen in einer Wasserschutzzone, was bei Erdarbeiten und Materialwahl Auflagen mit sich bringen kann. Beides klären wir vor Baubeginn ab.
Wann werden Baumfällungen und größere Rückschnitte ausgeführt?
Von Anfang Oktober bis Ende Februar. Das deckt sich mit dem Zeitraum außerhalb des gesetzlichen Verbots nach § 39 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz, das vom 1. März bis 30. September das Beseitigen und Auf-den-Stock-Setzen von Hecken und Gehölzen untersagt. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind auch im Sommerhalbjahr zulässig. Bei akuter Gefahr gelten enge Ausnahmen, die im Einzelfall zu prüfen sind.
Wächst Rollrasen auf sandigem Terrassenboden zuverlässig an?
Ja, wenn zwei Dinge stimmen. Erstens die Vorbereitung: Auf kiesig-sandigem Untergrund gehört Kompost in die oberste Schicht, damit die Fläche Wasser und Nährstoffe überhaupt halten kann. Zweitens die Wassergabe in den ersten Wochen — hier verzeiht ein durchlässiger Boden nichts. Wir verlegen regional produzierten Rollrasen, damit die Zeitspanne zwischen Ernte und Verlegung kurz bleibt.
Wovon hängt der Preis für eine Terrasse oder Pflasterfläche ab?
Selten vom Belag allein. Den Ausschlag geben Aushubtiefe, die Menge des zu entsorgenden Materials und die Zufahrt. Wo ein Kleinbagger von der Straße auf die Fläche kommt, geht Aushub zügig; wo alles durch eine schmale Hofdurchfahrt getragen werden muss, steigt der Aufwand für dieselbe Fläche deutlich. Am Hang kommen Höhenversätze, Stützbauwerke und die Ableitung des Wassers dazu. Wir schauen uns die Zufahrt an, bevor wir kalkulieren.
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