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Einsatzgebiet

Garten- und Landschaftsbau in Wesseling

Wesseling liegt auf der Rheinterrasse zwischen Köln und Bonn, und der Untergrund wechselt innerhalb des Stadtgebiets: östlich von Keldenich Rheinsedimente und Auenböden, westlich davon Löss. Dazu kommt Grundwasser, das in den Sanden und Kiesen der Terrassen in großen Mengen vorhanden ist. Beides entscheidet mit darüber, wie eine Terrasse gegründet und ein Garten entwässert wird.

Wesseling, Urfeld, Keldenich, Berzdorf

Was den Untergrund hier ausmacht — und was daraus für den Garten folgt

Für Wesseling beschreibt der Geologische Dienst NRW eine Bodengrenze, die quer durch das Stadtgebiet läuft. Östlich von Keldenich liegen Rheinsedimente unterschiedlichster Bodenarten, in den ehemaligen Überflutungsbereichen Auenböden. Westlich von Keldenich hat Löss fruchtbare Parabraunerden hervorgebracht. Die quartären Rheinablagerungen sind rund 30 Meter mächtig, die Lössauflage auf den höchsten Terrassenflächen bis zu zwei Meter.

Das ist eine Regel-Aussage über den Naturraum, kein Befund für ein einzelnes Grundstück. Praktisch heißt es aber: Zwei Gärten, die nur wenige hundert Meter auseinanderliegen, können sich völlig verschieden verhalten. In den sandig-kiesigen Terrassenlagen läuft Regenwasser rasch nach unten weg. Das ist beim Unterbau einer Terrasse ein Vorteil, weil das Wasser nicht in der Tragschicht steht — und im Hochsommer ein Problem, weil Rasen und Neupflanzungen dort schnell an ihre Grenzen kommen. Auf lehmig-schluffigen Auenböden ist es umgekehrt: Nährstoffe genug, aber das Wasser bleibt oben stehen, und der Boden reagiert empfindlich, wenn bei Nässe darauf gefahren oder verdichtet wird.

Der zweite Punkt ist das Grundwasser. In Wesseling kommt es in den Sanden und Kiesen der Nieder- und Mittelterrasse in großen Mengen vor, und hohe Grundwasserstände sind bei Bauwerksgründungen zu berücksichtigen. In Rheinnähe kommt hinzu, dass bei Rheinhochwasser Wasser in den Untergrund einsickert, dort zurückstaut und der Grundwasserspiegel schnell und deutlich ansteigt. Wer eine Stützmauer, ein Fundament oder einen Sickerschacht plant, sollte das nicht erst merken, wenn die Baugrube voll ist.

Deshalb fangen wir bei größeren Vorhaben mit einem Schürfloch an, nicht mit dem Bagger. Ein Spatenstich von 60 bis 80 Zentimetern zeigt, ob unter dem Oberboden Kies kommt oder ein bindiger Horizont, ob es Rostflecken und graue Zonen gibt — die verraten wechselnde Wasserstände — und wie tief der gewachsene Boden überhaupt liegt. Aus dem Ergebnis folgt die Aufbaustärke, nicht aus einer Faustformel.

Welche Arbeiten hier besonders häufig anfallen

Auf den durchlässigen Terrassenböden ist Rollrasen dankbar in der Verlegung und anspruchsvoll im Anwachsen. An der Station Köln/Bonn liegen die mittleren Niederschläge im Zeitraum 1961–1990 bei rund 805 Millimetern im Jahr, mit dem Maximum im Juni und Juli. Diese Sommerniederschläge kommen aber in wenigen kräftigen Schauern, und auf Sand ist ein solcher Schauer nach zwei Tagen wirkungslos. In den ersten zwei bis drei Wochen wird täglich gewässert, danach seltener und dafür durchdringend. Wo der Boden zu grobkörnig ist, bringen wir vor dem Verlegen eine Schicht aufbereiteten Oberboden ein — sonst wurzelt die Soden-Unterseite nicht durch. Den Rasen beziehen wir von Rollrasen Decker aus regionaler Produktion; wie der Ablauf aussieht, steht im Beitrag Rollrasen verlegen.

Bei Terrassen und Pflasterflächen entscheidet der Untergrund über den halben Aufwand. Steht tragfähiger Kies an, ist die Tragschicht schnell hergestellt und gut verdichtbar. Liegt dagegen weicher Auenlehm an, hilft kein dickerer Splitt, sondern nur Bodenaustausch in ausreichender Tiefe — und eine Randeinfassung, die die Fläche seitlich hält. Ohne die läuft jede Pflasterfläche mit den Jahren auseinander. Zum Aufbau haben wir den Beitrag Terrassen-Unterbau, zur Materialwahl den Vergleich der Terrassenbeläge.

Beim Zaunbau gilt in sandig-kiesigem Boden: Einschlagbodenhülsen halten dort selten dauerhaft. Wir setzen Punktfundamente frostfrei und ausreichend breit, weil der lockere Untergrund seitlich wenig Halt gibt. Dazu kommen die laufenden Arbeiten — Gartenpflege mit Schnitt, Beetpflege und Laub, und für ganze Grundstücke die Gartengestaltung von der Aufteilung bis zur Bepflanzung. Einen Überblick gibt die Leistungsübersicht.

Zufahrt, Maschinen und Material

Wir arbeiten von Bonn-Duisdorf aus und erreichen Wesseling über die linksrheinische Achse ohne Umweg. Vor Ort entscheidet dann die Grundstückssituation über Ablauf und Aufwand. Wo eine Zufahrt von der Straße besteht, kommt der Minibagger direkt an die Fläche, Aushub geht per Container weg, Schüttgut wird gekippt. Wo nur eine schmale Hofdurchfahrt oder ein Weg zwischen zwei Häusern führt, wird jeder Kubikmeter Aushub gekarrt und jede Palette einzeln hereingebracht.

Das ist der größte Kostentreiber überhaupt, größer als die Frage nach dem Belag. Wer den Aushub für dieselbe Terrassenfläche über eine 90 Zentimeter breite Durchfahrt tragen lassen muss, zahlt deutlich mehr als jemand mit Zufahrt von der Straße. Dazu kommt das Gewicht: Kiesig-sandiger Aushub ist trocken gut zu handhaben, saugt sich nach Regen aber voll und wird spürbar schwerer. Auf empfindlichen Rasenflächen legen wir Fahrbohlen aus, statt hinterher eine Fahrspur reparieren zu müssen. Beim ersten Termin schauen wir uns deshalb immer die Zuwegung an, messen die engste Stelle und klären, wo Container und Material stehen dürfen.

Bäume und die örtlichen Regeln

Wesseling hat eine eigene Baumschutzsatzung, und sie gehört zu den strengeren im Umkreis. Am 26. Februar 2022 trat eine erweiterte Fassung in Kraft: Die Schwelle für Laubbäume wurde von 100 auf mehr als 80 Zentimeter Stammumfang gesenkt, Nadelbäume sind ab mehr als 100 Zentimetern erfasst, und erstmals stehen alle Obstgehölze ab mehr als 40 Zentimetern Stammumfang unter Schutz. Gerade der letzte Punkt überrascht viele: Ein gewachsener Apfel- oder Birnbaum im Hausgarten erreicht diesen Umfang leicht. Zuständig ist das Amt für Umwelt, Klimaschutz und Grünflächen.

Ordnungsgemäße Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen an geschützten Bäumen fallen nicht unter das Verbot. Unaufschiebbare Maßnahmen zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr sind zulässig, müssen der Stadt aber unverzüglich angezeigt werden — das gehört zum Auftrag dazu und nicht in die Kategorie „wird schon niemand merken“. Unabhängig von der Satzung gilt bundesweit: Vom 1. März bis 30. September dürfen Hecken und Gehölze nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden; schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt. Von Anfang Oktober bis Ende Februar ist bei uns Baumfäll- und Pflegesaison. Was dabei zu klären ist, steht auf der Seite Baumfällung und Baumpflege.

Bei Neupflanzungen lohnt der Blick ins Nachbarrechtsgesetz NRW: Stark wachsende Bäume wie Buche, Linde, Platane, Kastanie oder Eiche halten vier Meter Abstand zur Grenze, alle übrigen Bäume zwei Meter; Hecken über zwei Meter Höhe einen Meter, niedrigere einen halben. Gemessen wird waagerecht von der Stammmitte an der Austrittsstelle aus dem Boden. Angaben ohne Gewähr — maßgeblich ist die jeweils geltende Satzung. Für Ihr Grundstück klären wir das vor Beginn.

Ortsteile, die wir mitbedienen

  • Wesseling — Terrassen- und Auenlagen; bei Arbeiten in Rheinnähe planen wir die Entwässerung vor allem anderen.
  • Urfeld — rheinnah gelegen, deshalb Aushub, Fundamente und Drainage auf hohe Grundwasserstände abgestimmt.
  • Keldenich — hier verläuft die Grenze zwischen den Rheinsedimenten im Osten und den Lössböden im Westen.
  • Berzdorf — abseits der unmittelbaren Rheinlage; im westlichen Stadtgebiet ist eher mit Lösslehm als mit Kies zu rechnen.

Häufige Fragen

Fragen aus Wesseling

Warum ist der Boden in Wesseling nicht überall gleich?

Weil das Stadtgebiet auf der Rheinterrasse zwei Böden trägt. Östlich von Keldenich liegen Rheinsedimente unterschiedlichster Bodenarten und in ehemaligen Überflutungsbereichen Auenböden, westlich davon Parabraunerden aus Löss. Für den Garten macht das einen realen Unterschied: durchlässig und trockenheitsanfällig auf der einen Seite, nährstoffreich und verdichtungsempfindlich auf der anderen. Welcher Fall vorliegt, zeigt ein Spatenstich zuverlässiger als jede Karte.

Brauche ich für den alten Apfelbaum im Garten eine Genehmigung?

Möglicherweise ja. Seit der erweiterten Fassung der Wesselinger Baumschutzsatzung vom 26. Februar 2022 sind alle Obstgehölze ab mehr als 40 Zentimetern Stammumfang geschützt, Laubbäume ab mehr als 80 und Nadelbäume ab mehr als 100 Zentimetern. Das ist strenger als in vielen Nachbarkommunen, wo Obstbäume ausgenommen sind. Zuständig ist das Amt für Umwelt, Klimaschutz und Grünflächen; wir messen den Stammumfang vorab und sagen Ihnen, ob ein Antrag nötig ist.

Braucht eine Terrasse in Rheinnähe eine Drainage?

Das hängt vom Untergrund ab, aber die Frage muss gestellt werden. In den Sanden und Kiesen der Nieder- und Mittelterrasse steht viel Grundwasser an, und bei Rheinhochwasser sickert Wasser in den Untergrund ein, staut zurück und lässt den Grundwasserspiegel schnell ansteigen. Wo der Aufbau in bindigem Material liegt, führen wir das Oberflächenwasser gezielt ab und geben der Fläche ein Gefälle vom Haus weg. Eine Drainage ohne funktionierenden Ablauf bringt dagegen nichts — sie verlagert das Wasser nur.

Was bestimmt bei einer Terrasse den Preis?

Selten der Belag. Den Ausschlag geben Aushubtiefe, Entsorgungsmenge und die Zufahrt. Wenn ein Minibagger von der Straße auf die Fläche kommt, ist der Aushub eine Sache von Stunden; muss derselbe Aushub durch eine schmale Hofdurchfahrt getragen werden, vervielfacht sich der Aufwand bei gleicher Quadratmeterzahl. Dazu kommt, ob tragfähiger Kies ansteht oder weicher Boden ausgetauscht werden muss.

Wann können Bäume gefällt oder stark geschnitten werden?

Von Anfang Oktober bis Ende Februar ist Baumfäll- und Pflegesaison. Das deckt sich mit dem gesetzlichen Verbotszeitraum vom 1. März bis 30. September, in dem Hecken und Gehölze nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden dürfen. Schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben auch im Sommerhalbjahr zulässig. Unaufschiebbare Maßnahmen bei akuter Gefahr sind möglich, müssen der Stadt aber unverzüglich angezeigt werden.

Wie schnell bekomme ich eine Rückmeldung?

In der Regel innerhalb von 24 Stunden. Hilfreich sind ein paar Fotos, eine grobe Flächenangabe und der Hinweis, wie breit die Zufahrt ist — damit lässt sich schon vor dem Ortstermin einschätzen, was sinnvoll machbar ist. Das Angebot ist unverbindlich.

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