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Gartengestaltung

Garten neu gestalten: Ablauf, Reihenfolge und was den Preis bestimmt

Eine Gartenneugestaltung wird nicht deshalb teuer, weil jemand teure Platten ausgesucht hat. Sie wird teuer, wenn die Arbeiten in der falschen Reihenfolge laufen und Fertiges wieder aufgemacht werden muss. Dieser Artikel zeigt die Abfolge vom ersten Ortstermin bis zum Rasen und erklärt, welche acht Posten den Preis wirklich bestimmen.

11 Min. Lesezeit

Warum die Reihenfolge über den Preis entscheidet

Ein Garten wird von unten nach oben gebaut und von grob nach fein. Jeder Schritt in dieser Kette macht den nächsten möglich — und jeder Schritt, der vorgezogen oder nachgeschoben wird, zerstört etwas, das schon fertig war. Das ist der eigentliche Kostenmechanismus einer Neugestaltung.

Ein Beispiel, das wir immer wieder sehen: Die Terrasse ist gepflastert, die Beete sind bepflanzt, und dann fällt auf, dass die Steckdose an der Gartenmauer fehlt und der Wasseranschluss hinten am Beet auch. Das Leerrohr hätte man im offenen Graben in einer halben Stunde mitverlegt. Jetzt liegt es unter Tragschicht, Bettung und Belag — und die angeschnittene Randeinfassung sitzt in einem Betonfundament, das ebenfalls wieder raus muss.

Deshalb ist die erste Planungsleistung keine Zeichnung, sondern eine Liste: Was muss unter die Fläche, bevor die Fläche entsteht? Wer das sauber durchdenkt, spart mehr Geld als mit jeder Materialentscheidung.

Was beim Ortstermin geklärt wird

Ein belastbares Angebot entsteht nicht am Telefon. Sieben Dinge müssen vor Ort geklärt sein, weil sie den Aufwand jeweils um ein Vielfaches verändern können.

Zufahrt und Maschinengröße. Kommt ein Minibagger auf das Grundstück, oder endet der Weg an einer Hofdurchfahrt von neunzig Zentimetern? Aushub, Schotter und Splitt müssen in beide Richtungen bewegt werden. Ob das mit Maschine oder mit Schubkarre und Förderband passiert, ist der größte einzelne Hebel im Zeitaufwand pro Kubikmeter — nach unserer Erfahrung stärker als jede andere Randbedingung.

Bodenart. Lehm und Löss verhalten sich völlig anders als Sand und Kies: Sie halten Wasser, verschlemmen bei Regen und lockern beim Ausheben stärker auf. Die Bodenklasse nach DIN 18300 beeinflusst sowohl den Aushubaufwand als auch die Entsorgung; bei größeren Projekten gehört sie durch ein Bodengutachten geklärt.

Grundwasser und Staunässe. Wo bleibt nach einem Landregen Wasser stehen? Steht Wasser im künftigen Terrassenbereich, hilft kein dickerer Aufbau, sondern nur eine geplante Ableitung.

Baumbestand. Bleibt der Baum, oder soll er weg? In Bonn sind nach der städtischen Baumschutzsatzung Laubbäume ab 100 Zentimetern und Nadelbäume ab 150 Zentimetern Stammumfang geschützt, gemessen in einem Meter Höhe; in Köln liegen die Schwellen bei 80 beziehungsweise 130 Zentimetern. Ein geschützter Baum darf ohne Genehmigung nicht gefällt oder in seinem Aufbau wesentlich verändert werden; übliche Pflegeschnitte bleiben genehmigungsfrei. Unabhängig davon verbietet § 39 Absatz 5 BNatSchG vom 1. März bis 30. September das Fällen und Auf-den-Stock-Setzen von Gehölzen.

Leitungen im Boden. Hausanschlüsse, alte Drainagen, Kabel zur Garage. Was nicht bekannt ist, wird beim Baggern gefunden — im ungünstigen Fall mit dem Löffel.

Höhenunterschiede. Sie entscheiden darüber, ob eine Böschung reicht oder ob Stützbauwerke nötig sind: L-Steine, eine Trockenmauer, Blockstufen. Das ist der Punkt, an dem sich zwei sonst identische Gärten im Aufwand deutlich unterscheiden.

Himmelsrichtung und Verschattung. Eine Nordterrasse trocknet langsam ab, was für Naturstein und Moosbildung eine Rolle spielt. Eine Südlage stellt andere Anforderungen an Bewässerung und Pflanzenauswahl. Beides gehört in die Planung, nicht in die Nacharbeit.

Die Reihenfolge Schritt für Schritt

Die folgende Abfolge ist keine Geschmacksfrage. Sie ergibt sich daraus, welche Arbeit die jeweils vorherige beschädigen würde.

  1. Bestandsaufnahme und Höhenplanung

    Aufmaß, Höhen, Gefälle, Anschluss an Türschwelle und Nachbargrundstück. Wer hier nur die Fläche misst und nicht die Höhen, baut später Übergänge, die nicht passen. Das Gefälle wird in jeder Schicht mitgeführt und nicht oben ausgeglichen — schon das Planum braucht mindestens 3 Prozent, bei wasserempfindlichen bindigen Böden mindestens 4 Prozent.

  2. Rodung, Abbruch, Entsorgung

    Alte Beläge, Betonfundamente, Wurzelstöcke, Altvegetation. Das gehört ganz nach vorn, weil jede spätere Rodung mit fertigen Flächen als Arbeitsraum stattfinden müsste. Vor der Bodenvorbereitung für Rasen muss die alte Grasnarbe vollständig abgeschält sein, sonst wachsen Quecke, Giersch und Löwenzahn durch die neue Fläche hindurch.

  3. Erdarbeiten und Geländemodellierung

    Auskoffern, Böschungen ziehen, Ebenen festlegen. Die Aushubtiefe ist keine Pauschale, sondern die Summe aller Aufbauschichten; für Plattenbeläge wird typischerweise 30 bis 45 Zentimeter bis zur tragfähigen Bodenschicht ausgehoben. Wird das Gelände erst nach dem Bau der Flächen modelliert, stimmen die Anschlusshöhen nicht mehr.

  4. Leitungen: Bewässerung, Strom, Entwässerung

    Leerrohre, Bewässerungsstränge, Rinnen- und Sickeranschlüsse. Der günstigste Zeitpunkt ist der offene Graben. Entwässerungsrinnen werden mit einem Längsgefälle von mindestens 0,5 Prozent auf ein geschaltes Betonfundament gesetzt — sie müssen also vor der Fläche geplant sein, nicht danach eingepasst werden.

  5. Feste Flächen: Terrasse, Wege, Mauern

    Jetzt entstehen Tragschicht, Randeinfassung und Belag. Die Tragschicht wird lagenweise eingebaut und zwischenverdichtet, praxisüblich in Lagen von rund 20 Zentimetern. Für Terrassen und Gehwege liegen die Trag- und Frostschutzschichten meist bei 15 bis 20 Zentimetern, für mit Pkw befahrene Flächen bei rund 25 Zentimetern Schotter beziehungsweise 30 Zentimetern Kiessand der Körnung 0/32 bis 0/45. Stützmauern und L-Steine gehören in denselben Bauabschnitt, weil sie Fundamente und Arbeitsraum brauchen.

  6. Einfassungen und Kanten

    Bordsteine, Palisaden, Metallkanten. Ohne stabile Randeinfassung wandern die Randsteine nach außen, die Fugen weiten sich auf, und die Fläche verliert ihren Verbund. Bord- und Einfassungssteine werden auf ein geschaltes Fundament von mindestens 20 Zentimetern mit Rückenstütze von mindestens 15 Zentimetern aus Beton C20/25 gesetzt; im Privatbereich gilt als Mindestregel, Palisaden und Bordsteine auf mindestens einem Drittel ihrer Höhe in Beton einzubinden. Nachträglich eingebaut heißt: Belag wieder aufnehmen.

  7. Bodenvorbereitung

    Erst wenn kein Bagger und kein Rüttler mehr über die Fläche muss, wird der Boden für Grün hergerichtet: tiefgründig lockern, verdichtete Fahrspuren aufbrechen, bei schwerem Lehm Sand einarbeiten, bei sandigen Böden Kompost. Wer das vor den Bauarbeiten macht, verdichtet es beim ersten Materialtransport wieder.

  8. Bepflanzung

    Gehölze zuerst, dann Stauden, zuletzt Zwiebeln. Pflanzen brauchen Rangierraum um das Pflanzloch und dürfen nicht über Wochen mit Baustaub, Schotterabrieb und Karrenverkehr leben. Umgekehrt gilt: Wer erst den Rasen legt und dann pflanzt, fährt Pflanzerde und Aushub über die frische Narbe.

  9. Rasen ganz zuletzt

    Rollrasen oder Ansaat sind der letzte Arbeitsgang, und zwar ohne Ausnahme. Der Boden wird mindestens 15 Zentimeter tief gefräst, üblich und besser sind 20 bis 30 Zentimeter; anschließend setzt sich die Fläche, das Feinplanum wird abgezogen und leicht angewalzt. Weil eine Rollrasensode samt Wurzelfilz rund zwei bis zweieinhalb Zentimeter stark ist, liegt das Planum nach unserer Erfahrung etwa zweieinhalb bis drei Zentimeter unter Oberkante Weg oder Terrasse — bei Ansaat genügen ein bis zwei Zentimeter. Diese Höhe lässt sich nur festlegen, wenn die Kanten schon stehen.

Der Klassiker: die Terrassentür ist zu tief

Zwischen Oberkante Bauwerksabdichtung und fertiger Belagsoberfläche gehören als Regel-Anschlusshöhe 15 Zentimeter — Spritzwasserschutz für die Hauswand. Wer die Terrasse nachträglich anhebt, um eine bequeme Schwelle zu bekommen, unterschreitet dieses Maß und holt sich Feuchte ins Mauerwerk. Der saubere Weg ist eine Fassaden- oder Schwellenrinne mit direktem Anschluss an die Entwässerung: Damit lässt sich die Anschlusshöhe nach der Flachdachrichtlinie auf 5 Zentimeter reduzieren, und der Übergang wird schwellenarm. Diese Entscheidung fällt in der Höhenplanung, also im ersten Schritt — nicht am Tag der Verlegung.

Was den Preis bestimmt

Die häufigste Frage lautet, was eine Gartenneugestaltung kostet. Seriös beantworten lässt sie sich nur über die Faktoren, die den Aufwand treiben, und über deren Verhältnis zueinander. Eine Zahl, die ohne Ortstermin genannt wird, ist geraten.

Grundsätzlich gilt: Der sichtbare Teil ist selten der teure. Zeitintensiv sind die Arbeiten, die man am Ende nicht mehr sieht — Aushub und Abtransport, der lagenweise Einbau und die Verdichtung der Tragschicht, das Setzen der Randeinfassungen samt Betonarbeiten. Das reine Verlegen des Belags ist meist der kürzeste Abschnitt.

Die acht Posten, die den Preis einer Gartenneugestaltung bestimmen
Kostentreiber Warum er den Preis hebt Was sich dagegen tun lässt
Zugänglichkeit Ohne Zufahrt für Kipper und Minibagger werden Aushub und Schüttgüter über Schubkarre oder Förderband bewegt. Der Zeitaufwand pro Kubikmeter vervielfacht sich, und zwar in beide Richtungen. Vorab prüfen, ob über ein Nachbargrundstück oder temporär entfernte Zaunfelder eine Zufahrt entsteht. Ein Meter mehr Durchfahrtsbreite ändert die Gerätewahl.
Aushubmenge Fläche mal Aufbaudicke — und die Aufbaudicke folgt aus Nutzung und Bodenart. Beim Ausheben lockert das Material auf: Sand und Kies um etwa 15 Prozent, Ton und Lehm um etwa 30 Prozent. Transportiert wird also mehr Volumen, als die Grube groß ist. Befestigte Flächen nur dort in befahrbarer Stärke aufbauen, wo wirklich ein Auto steht. Eine reine Gehfläche braucht keinen Einfahrtsaufbau.
Was im Boden liegt Bauschutt, alte Fundamente, Wurzelstöcke, aufgefüllte Bereiche. Solche Funde ändern Bodenklasse, Gerätewahl und Entsorgungsweg mitten im Projekt. Bei Verdacht vorab Schürfe anlegen lassen, bei größeren Projekten ein Bodengutachten. Ein benannter Vorbehalt im Angebot ist ehrlicher als eine Pauschale, die später aufgemacht wird.
Entsorgung Der Posten mit der größten Spannbreite. Belastetes Aushubmaterial verursacht ein Vielfaches der Kosten von unbelastetem. Eingestuft wird seit dem 1. August 2023 nach der Ersatzbaustoffverordnung in Materialklassen von BM-0 bis BM-F3. Deklaration früh klären. Unbelasteten Oberboden möglichst auf dem Grundstück wiederverwenden — für Beete oder Modellierung statt Container.
Geländeunterschiede Höhensprünge erzwingen Stützbauwerke mit Fundamenten, Hinterfüllung und Drainage. Dazu kommt, dass am Hang jeder Materialtransport aufwendiger wird. Prüfen, ob eine flache, bepflanzte Böschung reicht. Wo eine Mauer nötig ist, deren Höhe auf zwei niedrigere Stufen mit Zwischenebene verteilen.
Anteil befestigter Flächen Jeder Quadratmeter Pflaster bringt Aushub, Tragschicht, Bettung, Randeinfassung und Entsorgung mit. Rasen und Beet sind pro Quadratmeter deutlich günstiger. Wege auf das reduzieren, was wirklich begangen wird. Terrassengröße an der tatsächlich genutzten Möblierung ausrichten, nicht am Grundriss.
Materialklasse Betonstein liegt im unteren, Feinsteinzeug im mittleren, Naturstein im oberen Bereich. Beim Naturstein kommt der höhere Verlegeaufwand dazu. Materialwechsel nutzen: hochwertiger Belag auf der Terrasse, einfacherer auf Nebenwegen. Optisch fällt das kaum auf, in der Summe deutlich.
Entwässerung und Bewässerung Rinnen brauchen Betonfundamente, Sickeranlagen brauchen Aushub, Bewässerung braucht Gräben und Ventilboxen. Alles davon liegt unter oder neben den fertigen Flächen. Mindestens die Leerrohre im offenen Graben mitverlegen, auch wenn die Anlage später kommt. Der billigste Posten des Projekts — und nachträglich einer der teuersten.

Was wann im Jahr geht

Eine Gartenbaustelle ist eine Erdbaustelle, und Erdbau ist wetterabhängig. Zwei Zustände legen die Arbeit still: Dauerregen und Frost.

Bei anhaltendem Regen ist bindiger Boden nicht mehr befahrbar, ohne ihn zu zerstören. Verschlemmter, nasser Boden wird beim Befahren verdichtet, das Planum lässt sich nicht mehr profilgerecht herstellen, und die geforderte Tragfähigkeit ist nicht erreichbar. An der Station Köln/Bonn liegt das Niederschlagsmaximum im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 in den Sommermonaten Juni und Juli — Sommerbaustellen stehen also nicht nur wegen Hitze still.

Bei Frost gilt: Auf gefrorenem Untergrund wird nicht gepflastert, weil die Fläche bei Tauwetter absackt. Pflasterarbeiten sollten bei konstanten Temperaturen von mindestens plus 5 Grad ausgeführt werden, optimal sind 10 bis 25 Grad. Die Kölner Bucht gehört klimatisch zu den milderen Regionen Deutschlands, längere Frostperioden sind hier die Ausnahme — das verlängert die Saison, ersetzt aber keine Wetterprüfung am Bautag.

Pflanzung und Rasen haben eigene Fenster. Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für laubabwerfende Gehölze: Der Boden ist noch warm, die Verdunstung gering, und bis zum Frost bilden sich Feinwurzeln — günstig ist etwa Ende September bis Anfang Dezember an frostfreien Tagen. Wurzelnackte Heckenpflanzen wie Hainbuche, Liguster und Rotbuche gibt es nur in der laublosen Zeit ab Mitte bis Ende Oktober. Blumenzwiebeln kommen ab September in den Boden, Schwerpunkt Oktober. Rollrasen lässt sich in der gesamten frostfreien Vegetationszeit verlegen; die günstigsten Fenster sind Mitte April bis Ende Mai und September bis Mitte oder Ende Oktober, in milden Lagen bei Bodentemperaturen über etwa 8 Grad auch noch bis in den November. Unterhalb dieser Bodentemperatur stoppt die Wurzelbildung praktisch.

Zur Dauer der Abschnitte lässt sich seriös nur ihr Verhältnis nennen: Rodung und Erdarbeiten dominieren den Anfang, die festen Flächen sind der längste Bauabschnitt, Bepflanzung und Rasen gehen vergleichsweise schnell. Nach dem Verlegen von Rollrasen kommt eine Pflegephase dazu, die dem Kunden gehört: in den ersten rund zwei Wochen bei trockenem Wetter täglich etwa 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter. Begehbar ist die Fläche in der Regel nach etwa 14 Tagen, weitgehend belastbar nach zwei bis drei Wochen.

Wenn ein Baum bleiben soll

Ein alter Baum ist meist das Beste, was ein Garten hat — und der häufigste Grund für angehobene Wege einige Jahre später. Baumwurzeln heben Platten und Pflaster an und erzeugen Stolperstellen. Vorbeugend werden senkrecht in den Boden eingebrachte Wurzelsperren aus stabilen Kunststoffen gesetzt; Teichfolie oder Dachpappe halten dem Wurzeldruck dauerhaft nicht stand. Diese Entscheidung fällt beim Aushub. Danach müsste man die fertige Fläche dafür wieder öffnen.

Boden, Hang und Zufahrt: die regionale Realität

Zwei Gärten mit identischer Zeichnung kosten in unserem Einsatzgebiet zwischen Köln-Süd, Bonn und der Voreifel unterschiedlich viel, weil der Untergrund unterschiedlich ist.

Auf den Lössböden des Vorgebirges — dem Osthang der Ville, der von Bonn-Duisdorf bis nach Frechen-Königsdorf reicht — liegt eine mächtige Lössdecke, in Bornheim örtlich bis zu 15 Meter. Löss ist fruchtbar und leicht zu bearbeiten, aber wasserempfindlich: Auf der Ville-Hochfläche haben sich staunasse Pseudogleye entwickelt. Hier ist das Planumsgefälle von 4 Prozent für bindige Böden kein Formalismus, sondern der Unterschied zwischen einer trockenen und einer schwammigen Tragschicht.

Ähnlich, nur ausgeprägter, ist es im Kottenforst-Bereich westlich und südlich von Bonn: Dort überdeckt eine bis zu drei Meter mächtige Lehmschicht die Kiese und Sande der Hauptterrasse und erschwert das Versickern von Regenwasser erheblich. Wer dort eine Sickerung plant, muss sie rechnen und nicht annehmen.

Ganz anders auf dem Ville-Rücken selbst, etwa in Hürth und Brühl: Der Untergrund besteht aus Fluss- und Hauptterrassenschottern, also Kiesen und Sanden, die in Hürth bis zu 35 Meter mächtig werden. Regen versickert schnell. Das ist für den Unterbau ein Vorteil und für frisch verlegten Rasen ein Problem, weil das Gießwasser ebenso schnell weg ist.

Hanggrundstücke prägen Wachtberg und das Siebengebirge. Im Drachenfelser Ländchen stehen tertiäre Vulkankuppen aus Basalt und Trachyt an — der Wachtberg zwischen Villip und Berkum erreicht 258 Meter, der Hohenberg 263 Meter. Im Bonner Süden bietet der oberflächennahe Fels sehr tragfähigen Baugrund, in Hanglagen können aber teilweiser Baugrundersatz oder Pfahlgründungen erforderlich werden. Im Siebengebirge kommt bei tonig verwittertem Vulkanmaterial örtlich ein Rutschungsrisiko dazu. Für den Garten heißt das: Terrassierung statt Böschung, und Stützbauwerke, die gerechnet und nicht geschätzt werden. Im Einzelfall entscheidet immer der Blick vor Ort.

Und dann die Zufahrt. In den Altbauvierteln im Kölner Süden und in gewachsenen Ortslagen führt der Weg zum Garten oft durch eine schmale Hofdurchfahrt oder über einen Kellerabgang. Wer den Aushub durch eine solche Durchfahrt tragen lässt, zahlt für dieselbe Fläche deutlich mehr als jemand mit Zufahrt von der Straße — und das ist keine Frage des Materials, sondern der Stunden.

In Abschnitten bauen: wann das sinnvoll ist

Nicht jeder will alles auf einmal beauftragen. Etappenweises Bauen ist legitim, aber es funktioniert nur mit einer Bedingung: Die Reihenfolge bleibt trotzdem gültig. Ein Abschnitt darf ein späterer Abschnitt sein, aber kein vorgezogener.

Sinnvoll geschnitten heißt zum Beispiel: Erdarbeiten, alle Leitungen und die Terrasse im ersten Jahr, Mauer und Wege im zweiten, Bepflanzung und Rasen im dritten. Die Leerrohre liegen dann für alles, was noch kommt. Die Fläche bleibt in der Zwischenzeit als Baustelle nutzbar, weil kein Rasen darauf leidet.

Falsch geschnitten heißt: „Wir machen erst mal den Rasen, damit die Kinder etwas haben, und die Terrasse nächstes Jahr." Dann fährt der Bagger im Folgejahr über die Narbe, das Feinplanum ist verdichtet, und die Höhe des Rasens passt nicht zur später gesetzten Kante. Ebenso ungünstig ist es, Beete zu bepflanzen, bevor die angrenzende Mauer steht — Pflanzen brauchen Arbeitsraum, den ein Maurer ebenfalls braucht.

Drei Dinge sollten in jedem Fall im ersten Abschnitt erledigt sein, auch wenn sie noch nichts nützen: alle Leerrohre, die Grobmodellierung des Geländes und die Entscheidung über den Baumbestand. Alles andere lässt sich später ohne Rückbau nachziehen.

Was in ein belastbares Angebot gehört

Ein Angebot, das Ihnen etwas nützt, benennt Schichten und Mengen, nicht nur „Terrasse herstellen". Also: Aushubtiefe, Dicke und Körnung der Tragschicht, Bettungsdicke, Art der Randeinfassung, Entsorgungsmenge und Entsorgungsweg. Nur so lassen sich zwei Angebote vergleichen — und nur so merken Sie, wenn irgendwo die Tragschicht fehlt.

Sinnvoll ist außerdem, Planum und Tragschicht vor dem Überbauen anzusehen; für beide Schichten sieht der Qualitätsleitfaden für Pflasterbauarbeiten eine Teilabnahme vor. Was Sie dabei sehen wollen: ein profilgerechtes Planum mit Gefälle, eine geschlossene, verdichtete Tragschichtoberfläche und eine Randeinfassung, die in Beton sitzt. Wie der Aufbau im Detail funktioniert, steht im Ratgeber zum Unterbau für Terrasse und Pflaster, die Materialfrage behandelt der Vergleich der Terrassenbeläge.

Wir planen und bauen von der Gesamtgestaltung der Außenanlage über Terrassenbau und Pflasterarbeiten bis zum Rollrasen als letztem Arbeitsgang. Was in welcher Reihenfolge sinnvoll ist, klären wir im Garten — mit Zollstock und Spaten, nicht am Telefon.

Häufige Fragen

Fragen zur Gartenneugestaltung

Muss der alte Rasen wirklich komplett weg?

Wenn eine neue Rasenfläche entstehen soll: ja. Die alte Grasnarbe wird abgeschält, bevor gefräst wird. Bleibt sie liegen, wachsen Altgräser und Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Löwenzahn durch die neue Fläche hindurch, und zwar innerhalb der ersten Saison. Der Boden wird anschließend mindestens 15 Zentimeter tief gelockert, üblich und besser sind 20 bis 30 Zentimeter.

Kann im Winter gebaut werden?

Erdarbeiten und Pflasterbau brauchen frostfreien, nicht gefrorenen und nicht wassergesättigten Boden. Auf gefrorenem Untergrund wird nicht gepflastert, weil die Fläche bei Tauwetter absackt; empfohlen sind konstante Temperaturen ab plus 5 Grad, optimal 10 bis 25 Grad. Die Kölner Bucht gehört zu den milderen Regionen Deutschlands, längere Frostperioden sind hier die Ausnahme — verlässlich planbar ist der Winter trotzdem nicht. Gut nutzbar ist das Winterhalbjahr dagegen für Rodung und Baumarbeiten: Vom 1. Oktober bis Ende Februar sind Fällungen und starke Rückschnitte zulässig.

Was passiert, wenn beim Baggern Bauschutt auftaucht?

Dann ändern sich Bodenklasse, Aushubaufwand und vor allem der Entsorgungsweg. Belastetes Material verursacht ein Vielfaches der Entsorgungskosten von unbelastetem; eingestuft wird seit dem 1. August 2023 nach der Ersatzbaustoffverordnung in Materialklassen von BM-0 bis BM-F3. Deshalb enthält ein ehrliches Angebot an dieser Stelle einen benannten Vorbehalt statt einer Pauschale. Bei Verdacht auf Auffüllungen lohnt es sich, vorab Schürfe anlegen zu lassen.

Kann ich Teile selbst übernehmen, um zu sparen?

Ja, aber sinnvollerweise am Ende der Kette, nicht in der Mitte. Bepflanzung, Mulchen und die Anwachspflege des Rasens sind gut teilbar. Aushub, Tragschicht, Randeinfassung und Höhenplanung sind es nicht: Dort entscheidet sich, ob die Fläche in fünf Jahren noch liegt. Wichtig ist außerdem, Eigenleistung terminlich einzuplanen — eine halbfertige Etappe blockiert den nächsten Gewerkeschritt.

Warum kommt der Rollrasen erst ganz zum Schluss?

Weil jede spätere Arbeit ihn zerstören würde. Über eine frisch verlegte Fläche fährt keine Schubkarre mit Schotter, und in den ersten zwei bis drei Wochen soll sie ohnehin geschont werden. Dazu kommt die Höhe: Das Feinplanum liegt nach unserer Erfahrung etwa zweieinhalb bis drei Zentimeter unter Oberkante Weg oder Terrasse, damit der Rasen später bündig abschließt und bis an die Kante gemäht werden kann. Diese Höhe lässt sich erst festlegen, wenn Kanten und Beläge stehen.

Brauche ich eine Genehmigung, um einen Baum zu entfernen?

Das hängt von der Kommune und vom Stammumfang ab. In Bonn sind Laubbäume ab 100 Zentimetern und Nadelbäume ab 150 Zentimetern Stammumfang geschützt, gemessen in einem Meter Höhe; in Köln liegen die Schwellen bei 80 beziehungsweise 130 Zentimetern. Ein geschützter Baum darf ohne Genehmigung nicht gefällt oder in seinem Aufbau wesentlich verändert werden; übliche Pflegeschnitte bleiben genehmigungsfrei. Wird eine Fällung genehmigt, ist in der Regel eine Ersatzpflanzung zu leisten. Andere Kommunen haben eigene Satzungen — ob eine greift, klären wir vor der Fällung mit Ihnen und der zuständigen Behörde.

Lohnt es sich, den Garten in Etappen bauen zu lassen?

Wenn das Budget es verlangt, ja — solange die Reihenfolge erhalten bleibt. Alles, was unter die späteren Flächen gehört, muss in den ersten Abschnitt: Leerrohre für Strom und Bewässerung, Entwässerung, Grobmodellierung des Geländes und die Entscheidung über den Baumbestand. Wird stattdessen erst der Rasen angelegt und die Terrasse aufs nächste Jahr verschoben, zahlen Sie die Rasenfläche zweimal.

Ortstermin statt Ferndiagnose

Zufahrt, Höhen, Bodenart und Baumbestand entscheiden über Aufwand und Reihenfolge — und lassen sich nur im Garten beurteilen. Wir schauen uns das an, sagen Ihnen, was in welcher Etappe sinnvoll ist, und machen ein unverbindliches Angebot. Rückmeldung in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

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