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Einsatzgebiet

Garten- und Landschaftsbau in Hürth

Hürth liegt auf dem Ville-Rücken, und das merkt man spätestens beim ersten Spatenstich: Der Geologische Dienst NRW beschreibt für das Stadtgebiet bis zu 35 Meter mächtige Kies- und Sandschichten auf nach Osten abgetreppten Geländestufen. Kiesiger Untergrund, wenig Grundwasser in Reichweite und viele Gärten mit Höhenversatz — daraus ergeben sich hier andere Aufgaben als drei Kilometer weiter östlich in der Rheinebene.

Hürth, Efferen, Hermülheim, Kendenich, Gleuel, Berrenrath, Alt-Hürth

Was den Untergrund hier ausmacht — und was daraus für den Garten folgt

Der Ville-Rücken ist ein Halbhorst: eine Scholle, die beim Absinken der Kölner Bucht stehen geblieben ist. Ihr Baumaterial sind Fluss- und Hauptterrassenschotter des Rheins, also Kies und Sand. Für Hürth sind diese Kiese und Sande der Haupt- und Mittelterrassen bis zu 35 Meter mächtig, abgelagert auf Geländestufen, die nach Osten hin abtreppen. Der Höhenzug zieht sich von Frechen über Hürth bis nach Brühl; sein nördliches Profil ist im Braunkohlenbergbau fast vollständig abgetragen worden, in den Restlöchern liegen heute die Villeseen und Hochkippen.

Im Garten heißt das in weiten Teilen: eine begrenzte Oberbodenschicht, darunter Durchlässiges. Für Pflaster und Terrassen ist das ein Vorteil. Wasser steht im Unterbau selten, die Tragschicht lässt sich sauber verdichten, und man kämpft nicht gegen einen Lehm an, der bei jedem Regen zu Schmierseife wird. Für alles, was wächst, ist es die schwierigere Seite. Ein kiesiger Untergrund hält Wasser und Nährstoffe schlecht, und ein Rasen über 15 Zentimeter magerem Oberboden zeigt im Juli genau das.

Dazu kommt eine Besonderheit, die es in der Rheinebene so nicht gibt: Auf der Ville ist der oberflächennahe Grundwasserleiter durch den Braunkohlenabbau weitgehend trockengelegt, und in den Sanden und Kiesen der Unteren Mittelterrasse steht wegen der Höhenlage ohnehin nur wenig Grundwasser an. Von unten kommt also kein Nachschub. Pflanzen und Rasenflächen hängen vollständig am Niederschlag und an dem, was Sie selbst geben. An der DWD-Station Köln/Bonn liegt das Niederschlagsmaximum zwar im Sommer — im Mittel der Jahre 1961 bis 1990 rund 86 mm im Juni und 84 mm im Juli —, nur nützt ein Gewitterguss auf Kies wenig, wenn er in zwei Stunden durch ist.

Ein Blick nach vorn gehört ehrlicherweise dazu. Mit dem Ende des Braunkohlenabbaus werden die Sümpfungsmaßnahmen zurückgefahren; das LANUK NRW erwartet ab etwa 2030 einen großflächigen Grundwasserwiederanstieg im Rheinischen Revier. Weil frühere Sackungen nicht vollständig zurückgehen, sind örtlich Vernässungen in Siedlungsbereichen möglich. Das ist eine Prognose und keine Aussage über Ihr Grundstück. Praktisch heißt es nur: Wir planen Entwässerung und Anschlusshöhen nicht auf Kante, sondern mit etwas Luft.

Welche Arbeiten hier besonders häufig anfallen

Aus dem trockenen, durchlässigen Untergrund folgt fast zwangsläufig das Thema Rasen. Neuer Rollrasen wächst auf Kies nur an, wenn vorher Bodenarbeit geleistet wurde: Auflockern, Oberboden ergänzen, organische Substanz einarbeiten, sauber abziehen. Und danach wird in den ersten zwei bis drei Wochen täglich gewässert, nicht alle paar Tage ein bisschen. Wie das im Ablauf aussieht, steht im Beitrag Rollrasen verlegen. Wer die Fläche langfristig halten will, kommt um wiederkehrende Gartenpflege nicht herum — Düngung nach Jahreszeit statt einmal im Frühjahr.

Der zweite Schwerpunkt sind feste Flächen. Terrassen und Wege profitieren hier vom Untergrund, scheitern aber an denselben Stellen wie überall: fehlende Randeinfassung, zu dünne Tragschicht, Gefälle, das nicht konsequent durchgezogen ist. Zwei Prozent vom Haus weg, und zwar über die ganze Fläche. Details dazu im Ratgeber zum Terrassenunterbau, die Ausführung unter Terrassenbau und Pflasterarbeiten.

Häufig ist außerdem der Umgang mit Höhen. Wo das Gelände abtreppt, liegt der Sitzplatz selten auf einer Ebene mit dem Gartenende. Dann geht es um Treppen, niedrige Stützelemente, Hangbeete — Aufgaben für die Gartengestaltung. Beim Zaunbau ist der kiesige Baugrund zweischneidig: Er lässt sich gut ausheben, gibt einem Punktfundament aber weniger seitlichen Halt als bindiger Boden. Wir setzen die Pfosten deshalb tiefer und verdichten lagenweise, statt Beton in ein loses Loch zu kippen.

Zufahrt, Maschinen und Material

Die Grundstückssituation entscheidet über den Aufwand oft stärker als die Quadratmeterzahl. Wo Reihen- und Doppelhauszeilen dicht stehen, führt der einzige Weg in den Garten häufig durch einen schmalen Durchgang oder den Hausflur. Ab etwa 80 Zentimetern lichter Breite kommt ein Minibagger durch; darunter wird von Hand gearbeitet, und das schlägt sich in Stunden nieder, nicht im Materialpreis. Wir messen die Engstelle beim Ortstermin und sagen vorher, welche Variante gerechnet ist.

Beim Aushub kommt das Gewicht dazu. Kiesiges Material ist pro Kubikmeter deutlich schwerer als lockerer Oberboden — wer es über eine Hofdurchfahrt karren muss, merkt das ab der dritten Fuhre. Umgekehrt ist der Aushub sauber und lässt sich in vielen Fällen sinnvoll wieder einbauen, etwa als Teil des Unterbaus. Was wirklich vom Grundstück muss, benennen wir im Angebot als eigene Position, weil Entsorgung sonst am Ende überrascht.

Bei größeren Stützwänden gibt es eine Randnotiz, die für Hürth anders ausfällt als für Köln: Die geowissenschaftlichen Gemeindebeschreibungen ordnen den Raum Hürth einer höheren Erdbebenzone zu als das benachbarte Kölner Stadtgebiet. Für eine 60 Zentimeter hohe Beetmauer spielt das keine Rolle. Wo eine Wand statisch relevant wird, gehört es in die Planung — und dann rechnet ein Statiker, nicht wir.

Bäume und die örtlichen Regeln

Hürth hat eine eigene Baumschutzsatzung, und sie unterscheidet sich merklich von der Kölner. Geschützt sind Laubbäume mit einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe über dem Erdboden; sitzt der Kronenansatz tiefer, wird unmittelbar darunter gemessen. Mehrstämmige Laubbäume fallen darunter, wenn die Summe der Stammumfänge 80 Zentimeter übersteigt und mindestens ein Stamm 40 Zentimeter erreicht. Nadelbäume unterliegen der Satzung grundsätzlich nicht — ausgenommen sind Eiben und Ginkgos. Zuständig ist das Bauordnungsamt. Ein Meter Höhe, ein Maßband um den Stamm: Damit haben Sie in fünf Minuten Klarheit, ob überhaupt ein Antrag nötig ist. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die jeweils geltende Satzung.

Unabhängig davon gilt der gesetzliche Rahmen. Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken und Gehölze vom 1. März bis zum 30. September nicht auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden; schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt. Deshalb liegt unsere Fäll- und Pflegesaison von Anfang Oktober bis Ende Februar — siehe Baumfällung und Baumpflege. Der Artenschutz nach § 44 gilt ganzjährig: Ist ein Nest besetzt, wird nicht geschnitten.

Bei Neupflanzungen lohnt der Blick ins Nachbarrechtsgesetz NRW, bevor gepflanzt wird. Stark wachsende Bäume wie Buche, Linde oder Eiche brauchen 4,00 Meter Grenzabstand, alle übrigen Bäume 2,00 Meter. Hecken über zwei Meter Höhe halten 1,00 Meter Abstand, niedrigere 0,50 Meter. In kleinen Gärten ist das die entscheidende Frage bei der Sortenwahl — und der Grund, warum wir eher zu einer schnittverträglichen Hecke als zu einem Solitärbaum raten, wenn die Grenze nah ist.

Ortsteile, die wir mitbedienen

Vom Betriebssitz in Bonn-Duisdorf führt der Weg nach Hürth über die Ville, nicht durch die Stadt. Angefragt werden kann für alle Ortsteile:

  • Hürth-Mitte
  • Alt-Hürth
  • Hermülheim
  • Efferen
  • Kendenich
  • Gleuel
  • Berrenrath

Auf eine Anfrage melden wir uns in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Danach folgen ein Ortstermin und ein unverbindliches Angebot mit einzeln benannten Positionen.

Häufige Fragen

Fragen zu Gartenarbeiten in Hürth

Brauche ich in Hürth eine Genehmigung, um einen Baum zu fällen?

Nach der Hürther Baumschutzsatzung sind Laubbäume ab einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern in einem Meter Höhe geschützt, bei mehrstämmigen Bäumen zählt die Summe der Umfänge, sofern ein Stamm mindestens 40 Zentimeter erreicht. Nadelbäume fallen grundsätzlich nicht darunter, Eiben und Ginkgos allerdings schon. Zuständig ist das Bauordnungsamt. Solche Satzungen werden geändert, deshalb prüfen wir den Stand vor der Fällung und stellen den Antrag, wenn einer nötig ist.

Warum wird der Rasen hier im Hochsommer so schnell braun?

Weil unter dem Oberboden meist Kies und Sand der Rheinterrassen liegen und weil auf der Ville der oberflächennahe Grundwasserleiter durch den Braunkohlenabbau weitgehend trockengelegt ist. Es kommt also weder von unten Wasser nach, noch hält der Untergrund es fest. Wirksam sind drei Dinge: mehr organische Substanz im Oberboden, seltener und dafür durchdringend wässern statt täglich kurz, und die Schnitthöhe im Sommer auf gut fünf Zentimeter anheben.

Muss unter eine Terrasse hier eine Drainage?

Meist nicht, wenn der Untergrund tatsächlich kiesig ist und die Fläche zwei Prozent Gefälle vom Haus weg bekommt. Entscheidend ist eher der Anschluss an die Hauswand und eine saubere Randeinfassung. Wo aufgefüllt wurde oder eine bindige Zwischenschicht ansteht, sieht es anders aus — das klären wir mit einem Schürfloch vor Ort statt per Annahme.

Kommt eine Maschine in einen schmalen Reihenhausgarten?

Ab etwa 80 Zentimetern lichter Durchgangsbreite ja, mit einem Minibagger. Bei weniger wird von Hand ausgehoben und über Schubkarre abtransportiert. Das ist machbar, kostet aber deutlich mehr Zeit — vor allem bei kiesigem Aushub. Deshalb messen wir die Engstelle beim Ortstermin und rechnen die Variante, die wirklich passt.

Zu welchen Zeiten darf im Wohngebiet mit Maschinen gearbeitet werden?

Nach der 32. BImSchV sind Rasenmäher und ähnliche Geräte in Wohngebieten an Sonn- und Feiertagen ganztägig und werktags von 20 bis 7 Uhr tabu. Für Freischneider, Grastrimmer und Laubbläser ohne EU-Umweltzeichen kommen werktags die Zeiten von 7 bis 9, 13 bis 15 und 17 bis 20 Uhr dazu. In dicht bebauten Zeilen legen wir laute Arbeiten deshalb in den Vormittag und ziehen leisere Tätigkeiten in die Randzeiten.

Was treibt bei einer Neuanlage die Kosten?

Selten der Belag. Den Ausschlag geben Aushubtiefe, Entsorgungsmenge und die Frage, ob eine Maschine auf das Grundstück kommt. Kommt ein Höhenversatz dazu, der abgefangen werden muss, verschiebt sich das Verhältnis weiter Richtung Erdarbeiten. Welche Reihenfolge dabei sinnvoll ist, steht im Beitrag Garten neu gestalten.

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